Ein Tag am Strand ist erholsam und wohltuend. Die Wellen rauschen, die Sonne lacht und der Sand kitzelt an den Zehen. Mit Kind am Strand kann das natürlich ganz schnell ganz anders aussehen. Wie man auch mit fröhlicher Kinderschar einen stressfreien Strandtag genießen kann und viele Tipps dazu, erfahrt ihr im Beitrag.

Am Strand mit Kind – ganz ohne Stress

Jedes Jahr steht die Frage für den Sommerurlaub im Raum: Meer oder Berge? Und seit meiner Kindheit habe ich die gleiche Antwort:

„Ich will ans Meer“

Sicher, ich konnte mich nicht immer durchsetzen. Trotzdem haben mich viele Reisen und Urlaube direkt ans Meer geführt. Mittelmeer, Atlantik, Pazifik – alles war dabei. Mein Favorit ist seit ein paar Jahren jedoch ein anderes, viel kleineres Meer: die Nordsee. Die Wellen sind hoch und aufregend, es gibt viele wenig frequentierte Strände und es liegt immer ein Hauch Salz in der Luft.

Mit Kindern am Strand

Im Urlaub möchte ich Strand und Meer.

Strandtag: Mit oder ohne Kind?

Urlaub am Strand war für mich früher immer gleichbedeutend mit Erholung und braun werden. Seltener mit Strandsport wie Volleyball. Dann doch lieber ein dickes Buch und eine noch dickere Schicht Sonnencreme, falls ich mich mal wieder festgelesen hatte.

Inzwischen hat sich dieses idyllische und vom Müßiggang geprägte Bild deutlich verändert. Ein Kleinkind ist mit an Board. Und das wirkt sich nicht nur auf die Gestaltung des Strandtages an sich, sondern auch auf die Vorbereitung und Planung aus.

Strand am Meer oder am See?

Auch große Badeseen bieten traumhafte Strände, das sollte man bei der Planung ruhig mal im Hinterkopf behalten. Sandburgen bauen klappt hier genauso gut. Seit gut zwei Jahren wohne ich inzwischen im schönen Leipziger Neuseenland und habe einen Traumsee neben dem anderen direkt vor der Haustür. Natürlich ist das nicht das gleiche wie das große weite Meer. Aber es ist eine willkommene Alternative zwischen den Reisen. Und für kleine Kinder eignen sich Badeseen mit Sandstrand hervorragend.

Vorteil Badesee:

  • Keine Wellen. Selbst die Kleinen können am seichten Ufer schon schön spielen.
  • Keine Quallen. Der Ekelfaktor ist ja bei manchen doch recht hoch und wenn auch noch Feuerquallen in der Nähe sind, kann der Badespaß ganz schnell zur Qual werden.
  • Kein Salzwasser und somit auch keine brennenden Augen.

 

Nachteil Badesee:

  • Keine Wellen. Vor allem die größeren Kinder LIEBEN Wellen. Es macht Spaß, in sie hineinzutauchen, sich von ihnen treiben zu lassen und an den Strand gespült zu werden. Das ist natürlich nur was für Schwimmer.
  • Keine Quallen. Ich fand Quallen als Kind total faszinierend. Die Begegnung mit den Feuerquallen (in Spanien) ist mir zwar in leb- und schmerzhafter Erinnerung geblieben, doch das war zum Glück nur ein einmaliger Zwischenfall.

 

Strandtag mit Kind

Hohe Wellen sind toll und machen Spaß, eignen sich aber nicht für jede Altersklasse.

Ich packe meine Strandtasche: Was muss mit, wenn ich mit Kind am Strand bin?

Ich überlege gerade, wie „früher“ meine Strandtasche aussah und je mehr ich darüber nachdenke, desto kleiner wird sie. Eine Wasserflasche war dabei und ein Buch. Ein Handtuch zum Drauflegen, den Rest hat die Sonne getrocknet. Sonnengecremt wurde schon im Hotelzimmer, die Badesachen hatte man schon an. Das wars. Heute mit Kind sieht das ganz anders aus.

Meine Packliste Strand:

  • Strandmatten aus Stroh (kann man so schön zusammenrollen)
  • Handtücher (diverse, denn durch das ständige rein und raus im Wasser trocknen die nie richtig durch)
  • Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor (Kinderhaut ist empfindlich und muss regelmäßig nachgecremt werden. Da reicht nicht einmal kurz in der Früh für den ganzen Tag)
  • Strandmuschel/Strandzelt: wir haben es kennen und lieben gelernt und es ist gerade an windigeren Stränden einfach super schön, sich ins Strandzelt zu kuscheln
  • Sonnenmütze oder Hut (sollte auch den Nacken (Sonne) und die Ohren (Wind) schützen)
  • Badeanzug
  • kurze Kleidung zum Wechseln (Unterwäsche, Shorts, Shirts)
  • Sandalen
  • Schwimmflügel
  • Sonnenbrille (auf die kann unsere Kleine nicht mehr verzichten, sieht einfach zu cool aus)
  • Strickjacke oder leichten Pulli, falls es doch frischer wird

 

Stichwort Badesachen für Kinder: Als wir mit unserer Tochter zum ersten Mal am Strand waren, fühlte sie sich in den Badesachen extrem unwohl (ich hatte im Beitrag „Nur ein Nackidei-Baby ist ein glückliches Baby“ darüber berichtet). Es gibt Länder, da wird schon komisch geschaut, wenn Kinder so wie Gott sie schuf über den Strand flitzen. Das sollte dann jeder selbst entscheiden. Aber schon allein wegen der Sonne ist zumindest ein Shirt nicht verkehrt. Auf den Kopf gehört eh immer was bei den ganz Kleinen.

  • Kühlbox für Getränke und Speisen am Strand
  • schön durchgekühlte Kühlakkus
  • ausreichend zu trinken für alle Strandgänger (wir sind Wassertrinker, aber auch Tees und Säfte sind gerne gesehen)
  • Sandwiches (herzhaft und süß, die bereiten wir vor und werden mit großem Appetit verputzt)
  • Snacks: Kekse, Cracker, Würstchen, Gummibärchen
  • Geschnittenes Obst und Gemüse: Gurke, Paprika, Sellerie, Erdbeeren, Kirschen, Äpfel usw.
  • Strandspielzeug: Eimer, Schippe, Schaufel, Förmchen (ihr kennt das)
  • Ball (Allzweckball für diverse Strandspiele zum Kicken, Werfen, Fangen usw.)
  • Literatur: Auch Kinder schauen sich am Strand gerne mal ein Buch ein. Gerade, wenn sie müde werden, ist das super, um etwas runterzukommen.
  • Drachen: Für die leeren Strände in Dänemark perfekt, an einem überfüllten Mallorca-Strand wahrscheinlich undenkbar.

 

Anmerkung zum Strandspielzeug: Hier ist selbstredend auf die Vorlieben der Kinder zu achten. Uns hat manchmal eine Tüte gereicht um einfach nur stundenlang Muscheln darin zu sammeln und am nächsten Tag hätten wir das komplette Kinderzimmer mitnehmen müssen. Wir handhaben das jetzt so, dass sie selbst entscheiden soll, was sie mit an den Strand nimmt. Das packt sie dann in ihren Rucksack, den sie dann selber trägt.

  • Kamera: die Strandmomente mit Kind muss man unbedingt festhalten
  • Handy
  • Kleingeld
  • Schlüssel
  • Mülltüte (was wir voll hinbringen, können wir leer auch wieder zurücknehmen)

 

Dass man, egal wo, auf seine Wertsachen aufpassen muss, ist selbstverständlich. Die teuerste Uhr, die neueste Handtasche und der Laptop haben für mich am Strand nichts zu suchen. Detaillierte Sicherheitsinformationen zu jedem Reiseland liefert das Auswärtige Amt. Das unterscheidet sich natürlich von Land zu Land.

Was wir nicht mehr mit an den Strand nehmen:

  • Aufblasbare Schwimmtiere oder kleine Luftmatratzen, ebenso Schwimmreifen wurden wieder aussortiert. Sie treiben schnell weg, und die wieder einzufangen kann ganz schön schwierig werden. Von den traurigen Kinderaugen mal ganz abzusehen.

 

Diese Packliste für den Strandtag ist natürlich sehr subjektiv geprägt und orientiert sich an den Erfahrungen und Bedürfnissen meiner Familie. Wahrscheinlich fehlt sogar das eine oder andere und noch wahrscheinlicher ist, dass die Liste jedes Mal ein klein wenig anders aussieht. Neben meiner Strand-Packliste gibt es im Netz noch zahlreiche weitere. Eine davon ist zum Beispiel die Packliste von SportScheck für den perfekten Strandurlaub (auch für Singles ohne Kind). Sie greift auch wichtige Punkte wie Reiseapotheke und Hygieneartikel mit auf. Ihr könnt die Liste auch runterladen, ausdrucken und beim Packen eure Häkchen machen. Praktisch!

ein Strandtag mit Kind

Welcher Strand eignet sich für Kinder?

Strand ist nicht gleich Strand, das habe ich inzwischen gelernt. Die polnische Ostsee hat zwar Sandstrand, ist aber maßlos überfüllt, Teneriffa hat zwar lauschige Buchten, dafür aber schwarze Vulkanstrände mit messerscharfer Felsküste. Zu viel Wind, zu hohe Wellen und starke Strömungen können sich ebenfalls negativ auf einen erholsamen Strandtag auswirken.

In den letzten Jahren haben wir Dänemark für uns entdeckt. Über unsere Erfahrungen mit Reisevorbereitungen für Dänemark, den abenteuerlichen Ferienhausanbietern und der durchlöcherten dänischen Währung habe ich bereits berichtet. Sowohl an der dänischen Nordsee als auch an der Ostsee Dänemarks verbrachten wir unzählige Stunden. Inzwischen weiß ich genau, was mir und meiner kleinen Familie besonders wichtig ist.

Was mir persönlich an einem Strand wichtig ist:

  • nicht zu überlaufen (die Strände in Dänemark hatten wir oft ganz für uns)
  • Sandstrand für tolle Sandskulpturen (und Papa einbuddeln)
  • Sauberkeit: ein Strand voller Glasscherben, alten Büchsen und anderem Müll kommt nicht in Frage und ist mir zu gefährlich.
  • Hinweisschilder über Strömungen oder andere Gefahren. An der dänischen Nordsee gibt es tatsächlich fiese Strömungen. Da ist es sicherer, wenn rechtzeitig gewarnt wird.
  • Nähe zum Ferienhaus: Ich möchte zum Strand laufen können und dabei nicht den ganzen Hausstand mitnehmen. Mit Kind am Strand braucht man sowieso schon mehr und wenn ich die wichtige Buddelschipp
    e oder die Sonnencreme vergesse, dann möchte ich sie ohne Probleme einfach schnell holen können. Weiter als 500 Meter war bis jetzt noch kein Ferienhaus vom Strand entfernt.
  • Es darf windig sein: Ein bisschen Wind zur Erfrischung finde ich persönlich super. Außerdem kann man dann am Strand Drachen steigen lassen. Den Kleinen setzen wir eine Mütze auf (schon wegen der Sonne), die auch über die Ohren geht und eine Strandmuschel haben wir ebenfalls dabei.
  • Muscheln: Ok, wenn die fehlen, ist das zwar auch noch akzeptabel, aber vermissen würden wir sie schon. Wir lieben es Muscheln zu sammeln, damit zu basteln und auch die eine oder andere als Andenken mit nach Hause zu nehmen.

 

Muscheln am Strand

Juchu, ein Strand mit Muscheln. Jetzt wird gesammelt.

Was auch wichtig sein kann mit Kind am Strand:

  • Wassertemperatur: Kinder zeigen sich ja oft unbeeindruckt von eisigen Wassertemperaturen. Aber wenn es doch zu kalt ist und man den ganzen Tag am und im Wasser verbringen möchte, sollten blaue Lippen nicht schon nach fünf Minuten auf dem Programm stehen.
  • Zu viel Wind: Gerade kleine Kinder neigen gerne zu Mittelohrentzündungen und die kann man im Urlaub echt nicht gebrauchen. Wer hier vorbelastet ist, wählt beim Beispiel Dänemark immer die Ostsee, die Nordsee ist bekannt für ihre starken Winde.
  • Hygiene: Gut besuchte Strände in typischen Touristenregionen bieten oft auch Sanitäranlagen.
  • Speis und Trank: Eine Bratwurst hier, ein kühles Bier da und ein fruchtiges Eis für zwischendurch. Wer nicht alles Essbare zum Strand mitschleppen möchte, der freut sich sehr, wenn direkt vor Ort etwas geboten wird.
  • Bademeister/Rettungsschwimmer: Nicht nur Kinder, auch Erwachsene überschätzen sich schnell. An vielen Stränden (z.B. auf Usedom) gibt es Rettungsschwimmer, die ihren Strandabschnitt genauestens im Auge behalten.
  • Andere Kinder: Gemeinsam spielt es sich doch besonders schön und was glaubt ihr, wie schnell sich Kinder im Urlaub kennenlernen. Da können wir Erwachsenen uns noch eine Scheibe abschneiden.

 

Spielt das Alter des Kindes am Strand eine Rolle?

Ich gebe es zu, gerade am Anfang war ich eine ungeheure Glucke. Selbst die erste Ausfahrt mit dem Kinderwagen war so aufregend für mich, dass ich da nicht entspannt rangehen konnte. Genau so verrückt war es beim ersten Strandtag. Töchterli durfte mit einem Jahr zum ersten Mal an die Ostsee.

Küstenmamis lachen sich jetzt schlapp, die nehmen ihren frischgeborenen Zwerg von der ersten Minute mit an den Strand. Warum auch nicht? Wichtig ist: Auch die Mamas (und Papas) müssen sich dabei wohlfühlen. Wenn sie sich nur Sorgen machen, dann wird das nichts mit der Entspannung.

Strand

Viel Platz am Strand. So macht das Reisen Spaß.

Wie wird der Tag am Strand mit Kind ganz entspannt?

Eins vorweg: So ruhig wie früher ohne Kind ist es nun nicht mehr. Es ist ganz einfach anders und das ist auch vollkommen in Ordnung so. Kinder sind begeistert, vor allem vom Meer, vom Sand, von der tollen Umgebung. Und gerade, wenn ein Kind das Meer zum ersten Mal sieht, dann darf es seine Begeisterung ruhig ausdrücken. Unsere Tochter hat gequietscht vor Glück und ist immer wieder in Richtung der übergroßen Badewanne gekrabbelt. Natürlich mussten wir da hinterher aber es war auch ganz wundervoll, sie bei dieser Erfahrung zu beobachten.

Dennoch haben wir im Laufe der letzten Jahre Methoden entwickelt, aus dem Strandtag ein schönes Erlebnis für alle zu machen.

  1. Wir klären vorher, ob es „nur“ ein Strandspaziergang wird oder ein Badetag. Manchmal ist es einfach noch zu kalt oder zu nass um richtig baden zu gehen. Das erklären wir aber schon vorher. Dann gibt es auch kein böses Erwachen und Gemeckere vor Ort.
  2. Mit dem Partner abwechseln. Mal ist der eine mit dem Kinderhüten dran, während der andere einfach  in der Sonne dösen, ein paar Seiten lesen oder allein seine Bahnen im Meer ziehen kann und dann wird getauscht. Freiräume für jeden sorgen für mehr Entspannung.
  3. Für Unterhaltung sorgen. Ein bisschen Spielzeug am Strand kann schon dabei sein und macht großen und kleinen Sandschlossherren großen Spaß.
  4. Tolle und abwechslungsreiche Snacks sorgen schon für ein paar Minuten friedliches Kauen. Und ein sattes Kind ist ein zufriedenes Kind.
  5. Missionen und Aufträge: Sammle so viele Muscheln bis der Eimer voll ist. Baue eine Kleckerburg so hoch wie du. Buddel Papa ein, bis nur noch der Kopf rausschaut. Eine halbe Stunde Ruhe springt da locker raus. 😉

 

Sandskulpturen bauen

Wer baut das schönste Strandtier? So sind alle gut beschäftigt 😉

Sonne, Sand und Meer sind für uns das Highlight im Jahr. Spaß und Erholung gibt es am Strand für Groß und Klein. Kennt ihr noch weitere Tipps?