Endlich wieder auf Kreta Urlaub machen! Darauf habe ich so ziemlich genau 10 Jahre gewartet. Nun klappt es endlich wieder. Doch bis Oktober ist noch viel Zeit. Bis dahin paart sich bei mir Vorfreude und Planungslust mit einer Reise in die Vergangenheit. Eine Kombination, die das Warten auf den Kreta Urlaub sicher erträglicher macht. Doch was, wenn das Warten immer noch zur Qual wird?

Bereits fünfmal habe ich auf Kreta Urlaub gemacht, viermal mit meiner Mutter und einmal mit einer Freundin. Klingt langweilig? Auf keinen Fall, denn die größte der griechischen Inseln im südlichen Mittelmeer hat viel zu bieten…

Kreta ist mit 8.261 km² nicht nur die größte Insel Griechenlands, sondern zugleich die fünftgrößte Insel im gesamten Mittelmeerraum. Entlang der 1.066 Kilometer langen Küste finden sich traumhafte Sandstrände, schroffe Küstenlandschaften und malerische kleine Hafenstädte. Im Inneren der Insel liegen riesige Wein-, Obst- und Olivenhaine, urige Dörfer sowie zahlreiche historische Kulturschätze aus minoischer, römischer sowie venezianischer Zeit. Die minoische Kultur war jedoch die erste Hochkultur Europas, weshalb Kreta als „Geburtsstätte der europäischen Kultur“ diskutiert wird. Durchzogen wird die Insel von gleich vier Gebirgen, das größte davon ist das Ida-Gebirge mit einer Höhe bis zu 2.456 Metern. Aber auch tiefe Schluchten, wie die 13 Kilometer lange und bis zu 1.200 Meter tiefe Samaria-Schlucht (der Grand Canyon Kretas) zählen zu den Highlights der Insel.

Urlaub auf Kreta

Hier einige Eindrücke aus Kreta

Mein Kreta Urlaub – eine Reise in die Vergangenheit

Das erste Mal habe ich mit meiner Mutter im Jahr 1997  auf Kreta Urlaub gemacht. Da war ich 9 Jahre alt. Danach waren wir noch dreimal in den Folgejahren dort, immer im gleichen Hotel. Das Begeti Bay Hotel in Skaleta, einem kleinen Ort in der Nähe der Hafenstadt Rethymnon und die griechische Insel hatten es uns einfach angetan. In dem kleinen familiengeführten Hotel haben wir uns einfach wohlgefühlt. Unseren Urlaub haben wir dort entweder in der Sonne am Pool verbracht oder bei verschiedenen Ausflügen. Während wir die ersten beiden Jahre noch alleine dort waren, hat uns im dritten Jahr mein großer Bruder begleitet und im vierten Jahr der damals neue Partner meiner Mutter.

Am Pool habe ich jedes Jahr aufs neue Urlaubsbekanntschaften gemacht, denn kontaktscheu war ich noch nie wirklich. Mit einigen Freunden habe ich danach auch noch für einige Zeit Kontakt gehalten, aber wie das Leben so spielt, verliert man oft halt doch irgendwann den Kontakt.

„Was bleibt, sind die Erinnerungen, die unsere Zukunft prägen.“

Und ein Zaubertrick…

Ein Zaubertrick? Ja genau! Genauer gesagt ein Kartentrick, den ich von Nina und ihrem Bruder Timo, einer Bekanntschaft aus unserem ersten Jahr auf Kreta gelernt habe. Den führe ich bis heute noch gerne vor. Mit Nina, Timo und ihrem Vater haben wir zudem gemeinsam eine Tagesfahrt mit der Fähre nach Santorini gemacht. Was für ein Erlebnis!

Während einem manche Erinnerungen stark im Gedächtnis bleiben, gehen andere dafür verloren. So weiß ich, dass wir jedes Jahr mindestens einen Ausflug gemacht haben, aber leider kann ich mich nicht an alle erinnern. Das liegt aber doch wohl in der Natur der Menschen. Es bleibt auf jeden Fall die Erinnerung an den Besuch des minoischen Palastes von Knossos, die Fahrt an den Strand von Elafonisi, der Besuch in dem kleinen Bergdorf Spili mit dem Löwenbrunnen sowie die griechischen Abende mit volkstümlichem Tanz und Musik, die das Hotel veranstaltet hat. Was mir auch in Erinnerung geblieben ist, war eine Aktion meines Bruders, der damals bei einer Affenhitze eine 40 Kilometer Radtour über die Insel gemacht hat. Ich habe ihn damals für verrückt erklärt. ^^

Manchmal findet man aber auch alte Fotos und man denkt sich: „Oh Gott, ja stimmt!“ 😉

Andenken an unseren Kreta Urlaub

Alte Fotos und Andenken von unserem Kreta Urlaub

Im Jahr 2000 war dann erst einmal Schluss mit unserem Kreta Urlaub. Ganze sieben Jahre sollte es dann dauern, bis ich wieder Fuß auf die griechische Insel setzte. Diesmal jedoch nicht mit meiner Mutter, sondern mit einer Schulfreundin, mit der ich mir nach den schriftlichen Abiturprüfungen und vor der mündlichen Prüfung eine kleine Lernpause gegönnt habe. Auch mit ihr gab es faule Tage am Pool sowie einen Ausflug. Wir haben auf einer Tagestour die minoische Festung Phaistos (Festos) erkundet, waren noch einmal im Bergdorf Spili und am Strand von Matala, wo wir mit einer sehr „interessanten“ sanitären Anlage Bekanntschaft gemacht haben…

Kreta Urlaub - Matala Höhlen

Der Strand von Matala mit den bekannten Höhlen

Kreta Urlaub 2017

17 beziehungsweise 10 Jahre später, an einem Freitag im Februar, schreibt mir meine Mutter eine Nachricht bei WhatsApp. Diese Nachricht enthält ein Foto von einem Reiseangebot für das Begeti Bay Hotel im Oktober und den Text: „Was hältst du davon, Mutti zahlt?“ Auch meine Mutter wollte schon seit langem mal wieder in „unser“ Hotel zurück. Ich habe jahrelang davon geträumt wieder in dem Hotel zu sein. Schöne Träume waren das… und nun wird der Traum Wirklichkeit! Am Montag danach eine weitere Nachricht von ihr – der Urlaub ist gebucht! München -> Heraklion – wir kommen! Diesmal mit meinem kleinen, naja sagen wir mal jüngerem Bruder im Anhang. Zudem haben wir uns geeinigt, dass wenn sie schon den Urlaub bezahlt, ich dann aber unsere Ausflüge bezahle.

Gesehen haben wir noch lange nicht alles, also stellt sich uns nun die Frage, was müssen wir noch unbedingt sehen. Die Reise ist Anfang Oktober, da ist es immer noch sehr warm, aber nicht mehr so heiß wie zur Hauptsaison. Das heißt, diesmal planen wir eine Wanderung durch die Samaria-Schlucht. Auch in Chania waren wir noch nicht sowie im Osten der Insel. Genug Zeit zum Planen bleibt uns ja zum Glück. Ebenso, um ein wenig die Sprache zu lernen. Zwar kommt man mit Deutsch und Englisch sehr gut zurecht, aber wenn man mit ein paar griechischen Phrasen ein Lächeln auf das Gesicht der Kreter zaubern kann, macht dass das Urlaubserlebnis umso schöner.

Hilfe beim Lernen habe ich Dank meiner griechischen Freundin, Eva, die insgeheim gehofft hatte, dass ich auf dem Rückflug einen kleinen Zwischenstopp bei ihr in Thessaloniki machen würde, aber das ist bei Pauschalreisen eher schwierig zu planen.

Wenn das Warten zur Qual wird…

Oktober – das sind noch 8 Monate bis zu unserem Kreta Urlaub. Da kann an manchen Tagen das Warten doch schon mal zur Qual werden (ein Problem, vor dem auch Janina schon einmal stand). Vor allem, wenn man zu dem Urlaubsort bereits einen bestimmten Bezug hat. Denn es handelt sich dabei nicht nur um einen Urlaub, auf den man sich freut um von der Arbeit und vom Alltag mal wieder richtig abzuschalten und sich was gönnt, sondern um eine Reise in die Vergangenheit. Was erwartet uns nach all den Jahren wohl in dem Hotel? Wie werden wir uns fühlen, nach all der Zeit altbekanntes wiederzusehen? Gibt es Menschen dort, die wir von damals noch kennen? Gefällt es uns erneut so gut dort, das wir wieder regelmäßig Urlaub dort machen? Fragen über Fragen.

Da gilt es sich am besten abzulenken, um die Zeit so schnell wie möglich herumzukriegen. Aber wie soll das gehen?

Arbeit ist da eine ganz gute Option. So ist man immerhin schon mal 8 bis 9 Stunden am Tag abgelenkt. Doch was ist mit dem Rest der Zeit? Sich Hobbys widmen oder neue Hobbys finden ist da sehr hilfreich. Viel mit Freunden unternehmen und schauen, ob eure Stadt oder Umgebung nicht einiges an Events oder Aktivitäten zu bieten hat. Je nachdem, was euch gefällt. Kultur wie Konzerte, Theaterstücke oder verschiedene Veranstaltungen besuchen, zum Beispiel. Sport machen, wie Wandern, Rad fahren, vor allem jetzt, wenn der Frühling vor der Tür steht. 🙂

Ich mache zum Beispiel jeden Dienstag noch einen Spanisch-Sprachkurs an der VHS Brannenburg. Unter der Woche lerne ich zusätzlich nach der Arbeit auch Spanisch und so vergehen die Wochen wie im Fluge. Wenn der Kurs vorbei ist haben wir schon Mitte Mai, dann sind es nur noch 5 Monate und der nächste Spanisch-Kurs wartet dann auch schon auf mich.

Warten vielleicht noch weitere Reisen auf euch?

Im Mai wartet zudem noch eine Hochzeit in Ungarn auf mich, auf die ich sehr gespannt bin und vielleicht bietet sich ja die Möglichkeit über das verlängerte Osterwochenende eine kleine Reise zu machen. Vielleicht sogar nach Spanien, um meine neu erworbenen Sprachkenntnisse zu testen und vertiefen. Wer weiß?!

Im Sommer kommen mich dann meine Mutter und mein Bruder hier im tiefsten Bayern besuchen und da machen wir sicherlich auch einige Ausflüge. Denn von hier fährt das Busreiseunternehmen Astl auf Tagesfahrten zu Orten wie Venedig, Meran, Bozen oder zum Schloss Neuschwanstein. Da wird sich sicherlich etwas finden lassen. Ansonsten muss ich meine neue Wohngegend sowieso noch genauer erkunden und dann steht der Kreta Urlaub auch schon ganz bald vor der Tür.

Habt auch ihr ein Reiseziel, wo ihr schon mehrfach wart und trotzdem zieht es euch immer wieder dort hin? Habt auch ihr vielleicht schon die Erfahrung gemacht, nach vielen Jahren wieder an einen Ort zu reisen, den ihr aus Kindertagen kennt? Wie lenkt ihr euch ab, wenn Reisen noch so lange entfernt sind?