Wenn man gerne reist, viel dabei erleben möchte und dann über seine Verhältnisse lebt, weil man eine Kreditkarte besitzt, dann kann das ganz schnell schief gehen. Plötzlich sitzt man auf einem riesigen Schuldenberg und kann erst mal nicht mehr reisen, weil man mühselig versucht diesen abzustottern. In der Zwischenzeit wächst jedoch das Fernweh und der Schmerz scheint bald unerträglich. Was nun?

Tipps: Sparen für die Reise

„Ich bereue nichts!“

Genau das sage ich mir immer wieder, wenn ich an meine Reise in den USA im Jahr 2012 zurückdenke. Ein Jahr zuvor hatte ich bei einer Veranstaltung vier tolle neue Freunde kennengelernt und die wollte ich in diesem Jahr alle wiedertreffen. Wir hatten die „Reunion“ für den Juli bei der Freundin aus Baltimore geplant und so trafen wir schließlich alle in Maryland zusammen, aus Connecticut, South Carolina, Kalifornien und Deutschland.

In der einen Woche haben wir viel zusammen unternommen: Annapolis, Washington D.C., Fort McHenry, gutes Essen, ein Baseball Game und eine Science-Fiction Convention. Anschließend folgte noch ein spontaner Trip für 2 Tage nach Los Angeles zu einem „Roten Teppich Event“. Damit war meine USA-Reise aber noch längst nicht beendet.

Nachdem ich mich von meinen Freunden und Baltimore verabschiedet hatte, ging es für mich weiter nach New York City. Dort war ich zur Hochzeit einer anderen Freundin eingeladen. Naja, eigentlich waren es 2 Hochzeiten, denn es gab zum einen eine hinduistische Zeremonie und dann noch eine katholische Eheschließung. Das war sehr interessant.

Am Tag vor der Hochzeit habe ich mir noch New York City angeschaut und war bei einem Musical im Central Park. Das Ticket dafür war jedoch kostenlos, na gut, fast. Ich musste dafür lediglich 4 Stunden im Central Park in einer Reihe warten, im Regen. Aber das Warten hat sich gelohnt, denn so habe ich Amy Adams und Donna Murphy live erlebt und nach dem Auftritt noch am Bühneneingang getroffen. Leider ist in New York nicht alles umsonst. 😉

Ich hatte zwar einiges an Geld vor Reiseantritt umgetauscht, jedoch war dieses bei all den Unternehmungen schnell aufgebraucht. Also zückte ich immer wieder meine Kreditkarte. Mir war zu der Zeit egal, wie viele Schulden sich da anhäuften, denn ich wollte im Moment leben und soviel erleben, wie nur möglich war. Als ich dann nach Hause kam und die Kreditkartenabrechnung sah, musste ich dann aber doch schlucken.

Die Moral von der Geschichte …

… wenn man erst einmal anfängt Schulden zu machen, ist es verdammt schwer diese wieder loszuwerden. Kreditkarten sind eine genial-teuflische Erfindung. Es ist super, wenn man eine besitzt, vor allem wenn man reist, aber man sollte nie den Überblick verlieren.

Nach drei Jahren ist der Kreditkartensaldo endlich bei null. Jetzt geht es daran das Reisesparschwein für die nächste Reise beziehungsweise Reisen zu füttern. Aber wie stellen wir das am besten an?

  1. Berechne, wie viel Geld dir im Monat insgesamt zur Verfügung steht (Gehalt, Unterhalt, Kindergeld, Halbwaisenrente, …)
  2. Dann berechne wie hoch deine festen monatlichen Ausgaben sind (Miete, Handy, Strom, GEZ, Internet, Versicherungen, Monatstickets usw.)
  3. Rechne aus, wie viel Geld dir jetzt noch übrig bleibt
  4. Als nächstes überlege dir genau, wie viel Geld du wohl pro Woche brauchst, zum Einkaufen, Ausgehen, Shopping …
  5. Überlege dir bei deinen nächsten Einkäufen, ob du die Produkte oder Kleidungsstücke, die DVD oder das neueste Album wirklich brauchst, immerhin geht es hier um deine nächste/n Reise/n
  6. Denke daran, dass du das Wochenbudget mal vier beziehungsweise mal fünf (bei einigen Monaten) rechnen musst und du am Ende ja noch Geld übrig behalten willst, um damit dein Reisesparschwein zu füttern
  7. Kaufe dir eine Spardose, die du nicht so einfach wieder öffnen kannst, kein herausnehmbarer Boden. So wird das mit dem sparen sowieso nichts!
  8. Lege dir drei beziehungsweise vier leere Briefumschläge bereit

Spardosen gibt es in vielen Geschäften. So zum Beispiel das Reiseschwein bei Thalia oder diese hübschen Koffer bei Nanu Nana. Am besten eignen sich jedoch die Blechspardosen, denn die bekommt man tatsächlich nur auf, indem man sie ganz kaputt macht.

Koffer-Spardosen

Und los geht’s!

Als ich noch Student war, habe ich mir pro Woche 25 Euro beiseitegelegt. Damit bin ich damals auch recht gut klargekommen. Da ich jetzt aber zur arbeitenden Bevölkerung gehöre, lege ich mir für jede Woche 50 Euro beiseite. Als Single ist das meiner Meinung nach auch völlig ausreichend. Damit habe ich immer noch etwas Geld auf dem Konto, von dem ich meine nächste Reise buchen kann und dem Fernweh zumindest für einige Zeit zu entgehen.

Am Anfang jeden Monats hebe ich also 200 Euro (250 Euro bei einem 5-Wochen Monat) von meinem Konto ab und teile das Geld in vier (fünf) Umschläge gleichmäßig auf. Ich setze mir zum Ziel nichts weiter mit der Karte zu bezahlen, sondern nur mit dem zu bezahlen, was mir an Bargeld zur Verfügung steht. Wenn man wie ich ein Jahr in den USA gelebt hat, wo fast alles mit Karte bezahlt wird und man nur in seltenen Fällen Bargeld dabei hat, dann ist diese Herausforderung umso größer.

In manchen Wochen kann es schon mal eng werden mit dem Geld, wenn man mal etwas größeres gekauft hat oder doch mal öfter ausgegangen ist, andere Wochen laufen jedoch sehr gut und man hat sogar noch etwas Geld übrig. Der Sinn dieser Sparmaßnahme liegt nämlich darin, mit dem bestimmten Wochenbetrag auszukommen und nicht darin, den Betrag in einer Woche ausgeben zu müssen.

Wenn tatsächlich mal etwas Geld übrig bleibt, kommt die gekaufte Spardose zum Zuge. Da ich mich nicht zwischen der amerikanischen und der britischen Spardose entscheiden konnte, habe ich einfach beide genommen, allerdings auch für beide eine Verwendung gefunden.

Spardosen

Ich habe die beiden Dosen wie folgt aufgeteilt: eine für Münzen und eine für Scheine. Für die beiden Spardosen habe ich dann noch zwei kleine Zettel vorbereitet, auf denen ich immer vermerke, wie viel Geld ich bereits in der Dose habe. So behält man einen guten Überblick. Ich habe für mich festgelegt, keine Münzen die kleiner als 10 Cent sind in die Dose zu stecken. Bei den Scheinen kann man problemlos in Fünfer-Schritten zählen.

Ich war zwar vorher schon im Besitz einer hübschen Spardose, aber die hatte diesen Gummifuß, den man ganz leicht herausnehmen konnte. Ich kann schon gar nicht mehr zählen, wie oft ich in diese Spardose Geld gestopft habe und dann wieder herausgenommen habe, wenn ich ausgegangen bin und Bargeld brauchte.

„Ich lege das Geld dann sobald ich bei der Bank war wieder in die Spardose zurück.“

Diese Lüge habe ich mir immer wieder erzählt, aber das herausgenommene Geld wanderte nie wieder in die Spardose zurück. Deshalb musste diesmal eine Blechspardose her.

Fazit: Wenn man diesen Spartipp erfolgreich anwendet, dann bildet sich auf dem Konto ein netter Puffer und auch in der Spardose kommt nach einigen Monaten einiges an Reisetaschengeld zusammen. Viel Erfolg beim Sparen!

P.S.: Wenn ihr noch weitere Fragen habt, dann zögert nicht und hinterlasst mir einfach einen Kommentar.