Bin ich ein Stadtmensch oder ein Landei? Das ist eine gute Frage. Eine Frage, die auch Ilona in ihrer Blogparade zum Thema „Stadt oder Land“ gestellt hat. Wo fühle ich mich Zuhause und wohin verreise ich gerne, wenn mich mal wieder das Fernweh plagt. Mache ich dann eher Städtereisen oder einen Trip in die Natur? Gehen wir der Frage doch mal auf den Grund.

Städtereise oder doch lieber Natururlaub?

In den letzten Jahren bin ich schon recht viel in der Welt herumgekommen. Dabei habe ich verschiedene Städtereisen gemacht, aber auch wunderschöne Ausflüge in die Natur unternommen. Wo aber fühle ich mich wohl, wenn ich nicht auf Reisen bin? Wo möchte ich später vielleicht einmal meine Kinder großziehen? In der Stadt oder auf dem Land? Die Antwort dazu fällt mir eigentlich gar nicht so schwer…

Viel auf Reisen

Derzeit wohne ich in Leipzig, einer Großstadt im Herzen Mitteldeutschlands. Eigentlich bin ich überhaupt kein Großstadtmensch, zumindest nicht, wenn es um das Wohnen geht – zu laut, zu hektisch und teilweise auch zu anonym. Mit den ganzen Clubs und Bars kann ich sowieso nicht viel anfangen und statt mich durch die vielen Restaurants zu schlemmen, koche ich lieber selbst. Riesige Einkaufcenter brauche ich auch nicht, denn die meisten Sachen, die ich kaufe, bekomme ich auch im Internet.

Leipzig ist zwar für meine Verhältnisse recht groß, aber dennoch fühle ich mich hier sehr wohl. Ich wohne direkt am Stadtrand und habe einen fantastischen Blick auf die „Skyline“, was vor allem an Silvester wirklich spektakulär war, als ringsum das Feuerwerk gezündet wurde. Dennoch wohne ich weit genug vom Stadtzentrum entfernt, um nachts die Sterne hell am Himmel leuchten zu sehen. Die beobachte ich nämlich unglaublich gerne.

Wenn ich dann doch mal ins Stadtzentrum muss, dauert es mit der Tram, die direkt vor meiner Tür abfährt, gerade mal 20 Minuten. Auch die vielen verschiedenen Events in Leipzig sind sehr reizvoll, müssen aber nicht unbedingt sein. Viel wichtiger ist mir die Nähe zur Natur, trotz Großstadt, und das ist in Leipzig mit seinen vielen grünen Parks und dem riesigen Auenwald, der auch noch direkt vor meiner Nase ist, gegeben. Momentan fühle ich mich also mit dieser Mischung aus Stadt und Natur pudelwohl.

Aber…

Wenn ich später jedoch einmal Kinder habe, würde ich viel lieber aufs Land ziehen, sodass die Kinder viel Platz haben, um sich draußen in der  freien Natur auszutoben, ohne Angst vor zu viel Straßenverkehr haben zu müssen. Ein kleines Häuschen irgendwo am Waldrand oder umgeben von einer großen Wiese. Gerne auch ein Bauernhof mit vielen Tieren. Hauptsache die Kinder verbringen viel Zeit an der frischen Luft und lassen ihrer Fantasie freien Lauf. Viele Kinder haben das heute im Technologie-Zeitalter leider verlernt oder es niemals erlernt und das ist schade. Bayern oder der Schwarzwald klingen recht verlockend, da gibt es viele dichte Wälder und tolle Berglandschaften. Dort kann man zum Beispiel auch hervorragend mit den Kindern wandern.

Wie sieht es denn jetzt aus, wenn es ums Reisen geht? Wo zieht es mich dann hin? Auch hier fällt mir die Antwort gar nicht schwer…

Städtereisen sind aufregend

Ich mache unglaublich gerne Städtereisen, denn dort gibt es immer so viel zu entdecken – Geschichte, Architektur, Kultur, alles, was mein Herz begehrt.

In San Francisco habe ich vor allem die multikulturellen Nachbarschaften geliebt, ebenso wie das Souvenirshopping am Fisherman’s Wharf, das Cable Car fahren entlang der steilen Straßen und der Japanese Tea Garden im Golden Gate Park. Ein absolutes Highlight ist natürlich die Golden Gate Bridge.

Los Angeles ist hat viel mehr zu bieten als nur Hollywood und New York City ist wirklich die Stadt, die niemals schläft – wie sollte sie auch bei all den Lichtern der vielen Billboards.

Der Federal Hill und die Bucht in Baltimore haben mich ebenso berührt wie die aufregende amerikanische Geschichte, die ich im Fort McHenry hautnah erlebte.

In Washington D.C. überwältigen einen die zahlreichen Denkmäler der ehemaligen Präsidenten und das Smithonian Institute mit seinen vielen verschiedenen Museen, aber auch die mächtige Washington National Cathedral.

London versprüht nicht nur typisch britisches Flair und royalen Charme, sondern ist auch das perfekte Städtereiseziel für Literatur-, TV- oder Film-Nerds. So kann man dort zum Beispiel auf den Spuren von James Bond, Doctor Who, Harry Potter, Sherlock Holmes, William Shakespeare oder Jack the Ripper wandeln.

Jede der Städtereisen, die ich bisher unternommen habe, hat einen prägenden Eindruck bei mir hinterlassen. Für die Zukunft hoffe ich noch viele weitere Städte zu besuchen, meine Bucketliste ist auf jeden Fall noch sehr lang. Gesehen haben will ich sie alle, aber würde ich auch in diesen Städten leben wollen, nicht auf Dauer, soviel steht fest. Vielleicht mal ein oder zwei Jahre, um richtig in die Kultur und Mentalität einer dieser Städte einzudringen, aber dann würde ich mich auch wieder nach Ruhe und Abgeschiedenheit sehnen.

Städtereisen

Los Angeles, Washington D.C., London, Magdeburg, San Francisco, New York City.

Natur pur beim Landurlaub

Damit wären wir auch schon beim Thema Landurlaub gelandet, oder in meinem Fall eher Natururlaub. Ich muss manchmal einfach raus in die freie Natur, weg von der Alltagshektik und tief durchatmen. Außerdem kann ich in der Natur wunderbar meinem Hobby, der Fotografie, nachgehen. Zwar mache ich auch Hunderte Bilder auf meinen Städtereisen, aber Landschaften sowie die Flora und Fauna reizen mich noch viel mehr. Auch daheim bleibe ich ständig irgendwo stehen und fotografiere Blumen und Bäume oder diverse Tiere wie Frösche, Schnecken und Schafe.

Während meines Au pair Jahres in den USA, habe ich mit einer Freundin und ihrem Vater einen Wochenendausflug in den Yosemite Nationalpark gemacht. Dieser ist für seine zahlreichen gewaltigen Wasserfälle bekannt. Die waren wirklich sehr beeindruckend, ebenso wie die ganzen anderen natürlichen Highlights des Nationalparks.

Während des Studiums habe ich in einer englischen Theatergruppe mitgespielt. Bevor wir unser Stück aufgeführt haben, sind wir immer in Richtung Norden nach Hermannshagen gefahren. Dort hatten wir ein ganzes Gutshaus für uns. Das stand mitten im Nirgendwo. Da war nichts außer Feldern und die Schafen die einen morgens geweckt haben, ansonsten völlige Ruhe und Abgeschiedenheit – ich fand es klasse!

Auch die Bayerischen Alpen haben es mir angetan. Da mein Bruder vor Jahren nach Bayern gezogen ist, bietet sich diese Region immer mal wieder als Urlaubsort an. Im Sommer kann man dort herrlich wandern und im Winter rodeln. Der Ausblick über die Berge oder hinunter ins Tal ist jedes Mal aufs Neue atemberaubend. Hier fühlt man sich richtig frei.

Städtereisen vs. Natururlaub

Die Natur hat so viel Schönheit zu bieten.

Fazit:

Wenn es darum geht, wo ich mich auf Dauer wohlfühle und wo ich leben möchte, dann brauche ich eigentlich eine gute Mischung aus Stadt und Land. Ich möchte natürlich einige Vorzüge des Stadtlebens nicht missen, aber auch die Möglichkeit einfach mal spontan raus in die Natur zu gehen darf nicht fehlen. Wenn ich allerdings irgendwann mal Mutter werde, zieht es mich schon eher aufs Land.

Auf meinen Reisen sieht das schon wieder etwas anders aus, da möchte ich beide Extreme getrennt voneinander erkunden und genießen. Ich möchte in das Großstadtleben eintauchen und mich davon berauschen lassen, allerdings nur für eine bestimmte Zeit. Manchmal will ich aber auch nur komplett die Seele baumeln lassen und die mannigfaltigen Schönheiten der Natur erleben.