Buntbemalte Ostereier und Süßigkeiten, die der Osterhase im hohen Gras oder unter Büschen versteckt, sind für jedes Kind etwas ganz Tolles. Die Erwachsenen stellen Zweige in Vasen und an Sträuchern hängen bunte Ostereier. Doch wie sieht es mit den Osterbräuchen im Rest der Welt aus? Gibt es da auch einen Osterhasen? Versteckt er ebenfalls Leckereien für die Kinder oder wird in anderen Ländern doch ganz anders gefeiert?


Australien: Beuteltiere und Hot Cross Buns

In Australien werden Hasen eher als Schädlinge angesehen. Daher gibt es in Australien den Bilby. Ein Bilby ist ein hasenähnliches Beuteltier, von ihm gibt es leider nur noch ca. 600 Exemplare. Die Schokoladen-Bilbys werden im Haus oder im Park für die Kinder versteckt. An den Ostertagen wird in Australien gerne Lamm gegessen, dazu werden Kartoffeln und Gemüse serviert. Als süßes Gebäck gibt es Hot Cross Buns. Das sind süße Gebäckstücke mit Rosinen und einem weißen Kreuz. Hierdurch soll der Bezug zur Religion symbolisiert werden.

Philippinen: Schneller wachsen

Einen eigenartigen Brauch gibt es auf den Philippinen. Läuten am Ostermorgen die Kirchenglocken, dann fassen die Eltern ihre kleinen Kinder beim Kopf und heben sie hoch. Die Erwachsenen glauben, dass die Kinder durch diese Tradition größer werden. Aber Osterhasen und bunt bemalte Ostereier zum Osterfest gibt es auch auf den Philippinen.

Schweden: Fliegende Hexen

Die Schweden beginnen ihr Osterfest am Gründonnerstag. Als Osterhexen verkleidet ziehen die Kinder in kleinen Gruppen durch den Ort und bitten an den Häusern um Süßigkeiten. In Schweden gehören eingelegte Heringe und hart gekochte Hühnereier zu den klassischen Ostergerichten.

Polen: Eine Wasserschlacht zu Ostern

Ostern ist in Polen das höchste kirchliche Fest. Nach dem Kirchenbesuch eilen die Familien nach Hause, wo sie sich zu einem ausgiebigen Osterfrühstück treffen. Traditionell werden u. a. verschiedene Wurst- und Fleischsorten, ein Osterbrot, ein gebackenes Lamm und die klassische Zurek Wielkanocny Suppe gereicht. Die leckeren Kuchen wie Makowiec, Sernik oder Babka dürfen natürlich auch nicht fehlen. An Ostermontag gibt es einen besonderen Brauch aus dem Jahre 966. Am „Smigus Dyngus“, dem Tag des Wassergießens, wird jeder der draußen unterwegs ist, mit Wasserpistolen, Schöpfkellen voller Wasser oder mit gefüllten Wassereimern bespritzt.

Frankreich: Kirchenglocken bringen Süßigkeiten

Auch in Frankreich suchen die Kinder Ostereier, jedoch erst am Ostermontag. Doch die Ostereier werden nicht vom Osterhasen gebracht, sondern von den Kirchenglocken. Ja, du hast richtig gelesen! Denn von Karfreitag bis Ostersonntag läuten in Frankreich keine Kirchenglocken. Den Kindern wird erzählt, dass die Kirchenglocken an Karfreitag nach Rom fliegen, weil sie dort den Papst besuchen wollen. Auf ihrem Rückweg lassen die Kirchenglocken die Ostereier und Süßigkeiten an den unterschiedlichsten Stellen fallen. Die Kinder dürfen mit der Suche erst beginnen, wenn die Glocken wieder anfangen zu läuten.

Haiti: Kunstvolle Drachen

Auf Haiti gibt es keine Schokoladenosterhasen. Dafür basteln die Kinder schon viele Wochen vor dem Osterfest wunderschöne Drachen. Wenn diese Drachen in die Luft steigen, ist es ein buntes und beeindruckendes Spektakel. Ein eher gruseliger Osterbrauch sind die „Oster-Raras“. Begleitet von rhythmischen und angsteinflößenden Melodien und allem, was irgendwie Lärm macht, ziehen die Menschen durch die Straßen. Fahnenschwenkend und von Akrobaten begleitet sollen so die bösen Geister vertrieben werden.