Kaum haben wir die ersten Tage des neuen Jahres hinter uns gebracht, da steht auch schon der nächste wichtige Termin an: Der Weihnachtsbaum muss weg. Traditionell ist das in Deutschland der 6. Januar. Nun stapeln sie sich wieder an den Straßenecken – die ausgedienten Tannenleichen vergangener Weihnacht. Doch haben sie das wirklich verdient? Nein! Ein Tannenbaum muss nicht direkt entsorgt werden. Ob als Badezusatz, im Tee oder auf dem Blumenbeet – so kannst du den Weihnachtsbaum weiterverwenden und sinnvoll nutzen.

Wie kann man den Weihnachtsbaum weiterverwenden?

Ich sags euch, gerade um die Winter-Weihnachtszeit ist es mit dem Fernweh bei mir am schlimmsten. Weihnachten an sich finde ich noch super. Aber die tristen Tage danach, ab Januar… ein Graus. Die einzige grüne und lebendige Freude ist der Weihnachtsbaum. Doch der darf auch nicht ewig bleiben.

Alle Jahre wieder erstrahlt der Weihnachtsbaum in zahllosen glänzenden Lichtern und erwärmt nicht nur Kinderherzen. Mit Kugeln und Strohsternen geschmückt bildet er das Herzstück jedes Hauses und wird zum Treffpunkt für Familie und Freunde in der Weihnachtszeit. Doch irgendwann kommt der Tag, da hat auch der schönste Weihnachtsbaum ausgedient. So mancher Christbaum lernt jetzt fliegen – und zwar über die Balkonbrüstung.

Spätenstens seit IKEA ist Knut auch in Deutschland in aller Munde. Ursprünglich kommt der sogenannte St.-Knut-Tag aus Schweden, Finnland und Norwegen und zählt in der Tat zu den Kuriositäten unter den Feiertagen. Während in Deutschland die Weihnachtszeit am 6. Januar endet, so lassen sich die Skandinavier damit bis zum 13. Januar Zeit. Erst dann wird auch der Weihnachtsbaum entsorgt. Doch haben die lieben Tannenbäumchen das wirklich verdient?

Upcycling Weihnachtsbaum

Der Grundgedanke zur Nachhaltigkeit ist ja nicht erst seit gestern in aller Munde. Es fängt beim Benzin sparen an, in dem wir weniger das Auto nutzen, geht über die Wahl unserer Einkäufe, weg von global, wieder zurück zu regional und hört da noch lange nicht auf. Was man tun kann und was man tun sollte, liegt bei jedem selbst. Jeder das, was er eben bereit ist, zu tun. Vielleicht sind ja diese Ideen zum Upcycling Weihnachtsbaum genau das richtige für dich und deine Familie. Immerhin landen jedes Jahr tausende Bäume nach dem großen Fest als Astleichen auf zahllosen Haufen.

Wir haben uns mal umgeschaut und überlegt, wie man den besinnlichen Weihnachtsbaum kreativ verwerten kann. Hier ein paar Tipps, um den Weihnachtsbaum nutzen zu können:

1. Das duftende Tannenbaum-Vollbad

Tannennadeln enthalten viele ätherische Öle. Gerade in der Erkältungszeit wirken diese wahre Wunder. Die Tannennadeln des Weihnachtsbaums können für ein wohltuendes Vollbad genutzt werden. Löse dazu ungefähr 100 Gramm Tannennadeln von den Zweigen. Gebe diesen in den Topf und gieße eine Tasse Wasser dazu. Koche das ganze zehn Minuten gut durch. Den dabei entstandenen Sud gibst du anschließend mit ins Badewasser. Jetzt heißt es genießen. So kann man den Weihnachtsbaum weiterverwenden und genießen.

Hinweis: Ich kenne diese Anwendung von Tannennadeln schon länger, würde aber nicht jeden beliebigen Weihnachtsbaum dafür nutzen, da ich nicht weiß, wie sie behandelt wurden. Wenn man den Baum aus dem eigenen Garten hat oder von einer Baumschule, dann steht dem Badevergnügen bestimmt nichts im Wege.

2. Der Tannenbaum-Tee

Weihnachtsbaum kreativ verwerten

Ja, man kann Tee aus seinem Weihnachtsbaum machen. Das nenne ich dann man Weihnachtsbaum-Recyceling 😉

Ganz Recht, aus den Tannennadeln kann man auch Tee kochen. Die Idee habe ich von Sindy, sie ist ein waschechter „Unkrautgourmet“ und erklärt auf ihrem gleichnamigen Blog, wie man Tannennadel-Tee am besten zubereitet.

Hier ist eine einfache Variante: Ein Teelöffel Tannennadeln reicht dazu schon aus. Diese werden mit einem scharfen Messer klein geschnitten und anschließend noch ein wenig gepresst. So lösen sich die ätherischen Öle besser. Die Nadeln gibst du einfach in ein Tee-Ei oder einen Teebeutel und lässt das ganze nicht länger als zwei Minuten im heißen Wasser ziehen. Mehr Zeit braucht das nicht, sonst wird der Tee zu bitter. Der Sud schmeckt am besten mit viel, viel Honig.

Auch hier gilt: Kenne deinen Baum. Eine Pflanze mit gespritzten oder chemisch behandelten Nadeln würde ich nicht trinken wollen. Das Stichwort lautet also Bio-Baum.

3. Tannenzweige für den Garten und Balkon

Weihnachtsbaum weiterverwenden

Ein Weihnachtsbaum gehört nicht an den Straßenrand, sondern in die Balkonkästen 🙂

Tannenzweige in Blumenkästen und Kübeln sind super dekorativ. Es sieht toll aus, wenn sich die Schneeflocken in den grünen Zweigen verfangen und als sanfte Schneedecke darauf liegenbleiben. Zudem hat das ganze noch einen praktischen Nutzen. Die Tannenzweige schützen effektiv vor Frost, das kommt vor allem bei immergrünen Pflanzen sehr gut an. Auch Beete können auf diese Art geschützt werden. Ich liebe diese einfache Art, um den Weihnachtsbaum weiterverwenden zu können.

4. Das Badesalz mit Tannennadeln

Weihnachtsbaum kreativ nutzen

Doris erklärt, wie man ein wunderbares Erkältungsbadesalz machen kann. Tannennadeln gehören auch dazu.

Schon gewusst? Tannennadeln sind ein hervorragender Zusatz für ein zauberhaftes Erkältungsbadesalz. Die Rezeptur dazu stammt von Doris. Auf ihrem Blog mitliebegemacht.at zeigt sie, wie dieses wohltuende Badesalz mit Tannennadeln richtig gemacht wird. Und jetzt in der Erkältungszeit kommt das doch genau richtig.

Was benötigst du für Badesalz aus Tannennadeln:

 

5. Den Weihnachtsbaum verheizen

Wer einen Kamin oder Ofen hat, der braucht seinen Weihnachtsbaum nicht wegschmeißen, sondern kann ihn anders verwerten. Kleingehackt passt er in jeden Kamin und ersetzt so das teuer gekaufte Brennholz. Die Nadeln knacken und verströmen einen unwiderstehlichen Duft. Das Holz sollte gut durchgetrocknet sein. Bei den meisen Weihnachtsbäumen ist dies jedoch spätenstens im Januar der Fall. So kann man den Weihnachtsbaum sinnvoll verwerten.

6. Tannenmulch im Garten

Jeder Gartenbesitzer weiß den Weihnachtsbaum auch nach Weihnachten zu nutzen und zu schätzen. Denn das gute Stück lässt sich hervorragend zu Mulch verarbeiten. Mit einem Häcksler wird der Tannenbaum einfach zu Tannenmulch gehäckselt. So kann er entweder direkt auf die Beete, oder für später in Säcken aufbewahrt werden. Tannenmulch sieht nicht nur schön aus, sondern ist auch ein zuverlässiger Schutz vor Schnecken.

Weihnachtsbaum nutzen

Einen Weihnachtsbaum kann man auch nach Weihnachten kreativ nutzen 😀

7. Upcycling Weihnachtsbaum auf dem Kompost

Wenn du einen eigenen Garten hast, lohnt sich ein Komposthaufen. Auch hier sind Tannenzweige gerne gesehen. Sind die Nadeln vertrocknet und runter, bilden die Äste des einst so ansehnlichen Weihnachtsbaum eine hervorragende Grundlage für den Kompost der nächsten Saison. Diese tolle Unterlage bildet deine Basis und erfreut nicht nur die Regenwürmer. Achte nur gut darauf, dass die Äste auch wirklich von allem Schmuck befreit sind. Lametta hat im Kompost nichts zu suchen. Auch wenn es noch so schön glitzert.

8. Tierfutter in Wildgehegen

Wer uns schon ein bisschen kennt, der weiß, dass wir riesige Fans von Tierparks, Wildgehegen und Wildparks sind. Berichtet haben wir z.B. über den Wildpark in Altenberg, das Wildgatter in Hildesheim oder den kleinen Vogelpark in Teltow.  Es ist inzwischen allgemein bekannt, dass sich solche Einrichtungen im Herbst sehr über säckeweise Eicheln oder Kastanien freuen. Dass aber auch Tannenbäume, insbesondere Fichten, sehr gefragt sind, hat sich bislang noch nicht so herumgesprochen. Die Tiere bekommen mit den kleinen Zweigen und Nadeln eine leckere Alternative zu den gewohnten Knabbereien.

Ich würde vorab bei einer Einrichtung in der Nähe einfach mal kurz anrufen und fragen, ob sie Interesse an einem Bäumchen hätten und schon findet der stolze Weihnachtsbaum noch eine besonders sinnvolle Weiterverwendung. Das ist Upcycling in Reinkultur.

9. Das nächste Gemeindefeuer

Gerade im ländlichen Raum sind große Lagerfeuer zu bestimmten Anlässen Gang und Gäbe. Ob Neujahresfeuer, Frühjahrsfeuer oder vielleicht sogar Osterfeuer – viele Gemeinden freuen sich sehr über kostenloses Brennmaterial. Ein ausgedienter Weihnachtsbaum kommt da gerade recht. 

In meiner Kleinstadt ist es sogar üblich, dass die fleißigen Jungs von der Freiwilligen Feuerwehr den Weihnachtsbaum abholen. Mit vielen anderen Bäumen türmt er sich dann schließlich zu einem riesigen Lagerfeuer. So hat der gute Baum noch einen zweiten großen Auftritt.

10. Holzscheiben für Bastler

Wer sich gerne kreativ betätigt, der sollte sich den Stamm nochmal genauer ansehen. Mit einer Säge lassen sich daraus wunderbare Baumscheiben schneiden, die dann wiederum auf vielfältige Weise weiterverarbeitet werden können. Wie wäre es mit robusten Unterlegscheiben aus Holz? Heiße Töpfe und Pfannen finden so einen geeigneten Platz. Auch unter einer Teetasse macht eine fein geschliffene Holzscheibe einen guten Eindruck. Wer mag, kann die Scheiben auch bemalen. 

Aus kleinen Holzscheibchen lassen sich mit ein wenig Geschick (und einem zuverlässigen Handbohrer) sehr niedliche Holzknöpfe und Schmuckanhänger machen. Diese werden entweder mit einem guten Öl auf Hochglanz poliert oder werden bunt angemalt. Erlaubt ist, was gefällt.

Tipp: Auch in Kindergärten und Schulen wird gerne mit Holzscheiben gewerkelt und gebastelt. Wer also nicht weiß, was er mit 30 Scheiben anfangen soll, findet hier dankbare Abnehmer.

Diese Ideen den Weihnachtsbaum weiterzuverwenden haben mir persönlich am besten gefallen. Im Netz finden sich noch zahlreiche weitere Verwertungsmöglichkeiten für den Weihnachtsbaum. Manche verwenden ihn als Rank- und Kletterhilfe für Efeu, Bohnen oder Gurken. Andere stellen ihn mit Meisenknödeln bestückt in den Garten und bieten somit Vögeln einen gemütlichen Platz zum Überwintern. Dann gibt es noch die ganz Kreativen, die aus den dickeren Ästen des Weihnachtsbaumes individuelle Knöpfe oder Holzspielzeug fertigen.

 

Jetzt seid ihr gefragt. Was macht ihr mit eurem Tannenbaum? Nutzt ihr den Weihnachtsbaum nach den Festtagen oder wird er einfach entsorgt? Kennt ihr noch andere kreative Ideen? Ich bin gespannt auf eure Varianten 😀

 

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