Ein Zelt mitten im Wald, grillen über einer warmen Feuerstelle und schlafen unter den Sternen – für Kinder ist ein Urlaub im Zelt ein ganz besonderes Abenteuer. Wenn ein paar Dinge beachtet werden, wird die Campingreise zu einem unvergesslichen Erlebnis für die ganze Familie. 

Dieses Jahr ist es soweit, unsere große Tochter ist alt genug und wir wagen mit ihr unseren ersten Campingurlaub – sie ist schon ganz aufgeregt. Da das tatsächlich unser erstes Mal als Familie beim Zelten ist, haben wir uns vorab einige Gedanken gemacht, worauf geachtet werden sollte:

  • Ausstattung bei einer Campingreise mit Kindern
  • Wahl des richtigen Zeltplatzes
  • Beschäftigungsmöglichkeiten und Alternativen bei schlechtem Wetter

Extra: eine persönliche Empfehlung

Zelten mit Kindern – die richtige Ausstattung

Mein letztes Zeltabenteuer liegt inzwischen einige Jahre zurück und damals kam ich wirklich nur mit dem Nötigsten aus. Ein Zelturlaub ist zwar schon von Natur aus keine Luxusreise, doch wenn man mit Kindern unterwegs ist, sollte vielleicht doch an ein wenig mehr Komfort gedacht werden.

Das richtige Zelt

Ich erinnere mich, wie ich mich mit meinen Freundinnen in unserer Campingzeit mühelos auch zu dritt  oder gar zu viert in ein kleines Zwei-Personen-Iglu gequetscht habe. Wenn man 15 Jahre alt ist, mag das auch vollkommen ausreichend sein. Doch jetzt gelten andere Spielregeln.

Wir reisen zu dritt, zwei Erwachsene und ein Schulkind. Das Zelt sollte also mindestens für drei Personen ausgelegt sein. Wir haben uns sogar für ein Vier-Personen-Zelt entschieden. Für die Geräumigkeit werden wir noch dankbar sein, wenn wir unsere zappelige Tochter neben uns liegen haben. Außerdem ist unsere Familie ja gewachsen und wir sind inzwischen zu viert. Die Kleine darf nur dieses Jahr noch nicht mit.

Das Zelt sollte auch unterteilt sein und einen Vorraum bieten. Darin lassen sich bequem die Ausrüstung und Taschen abstellen. Außerdem wird so nicht allzu viel Dreck in den Schlafbereich geschleppt. 

Dass das Zelt unbedingt wasserdicht sein und eine gewisse Qualität aufweisen sollte, erwähne ich nur der Vollständigkeit wegen.

Die Schlafsäcke

Die Wahl des richtigen Schlafsacks hängt natürlich auch von der Region ab, in der man Zelten möchte. Je nachdem, kann man sich für einen Sommerschlafsack oder aber einen dickeren Winterschlafsack entscheiden.

Während mir im Sommer ein leichter Minischlafsack vollkommen ausreicht, würde ich für Kinder immer zu einem dickeren Schlafsack raten – auch im Sommer. Nachts können die Temperaturen deutlich fallen und Kinder kühlen einfach viel schneller aus. Gerade wenn es geregnet hat und eh schon alles klamm und feucht ist, sollte der Schlafsack genug Wärme bieten können.

Wenn es doch zu warm ist, krabbelt man eh aus dem Schlafsack heraus und deckt sich nur leicht damit zu.

Verpflegung beim Zelten

Klar, eine Campingreise ist eine Selbstversorgerreise. Bei Kindern ist es wichtig, dass sie zwischendurch auch mal was Warmes in den Bauch bekommen. Eine Grillmöglichkeit für Bratwurst und Wiener oder auch mal Stockbrot über einem Feuer sind genial. Wir nehmen zusätzlich einen Campingkocher mit. Damit es auch mal Suppe, Tee und die ewig beliebten Nudeln geben kann.

Da es schwierig ist, viel Obst und Gemüse mitzunehmen, würde ich noch darauf achten, dass es auf dem Campingplatz auch die Möglichkeit gibt, frische Lebensmittel vor Ort einzukaufen. 

Die Wahl des richtigen Campingplatzes

Ich muss zugeben, dass ich damals auch das ein oder andere Mal wild gecampt habe. Einfach das Zelt irgendwo im Wald aufgestellt und die Natur um mich genießen. Eigentlich ist das auch die einzig wahre Art zu campen. Allerdings ist das nicht überall erlaubt und wer mit Kindern unterwegs ist, tut gut daran, auf ein wenig mehr Infrastruktur zu achten. Es sollte also nicht zu „wild“ zugehen.

Einen geeigneten Campingplatz zu finden, kann schon eine Herausforderung sein. Reiseführer bieten da einen guten Überblick. Meine erste Quelle ist jedoch das Internet, denn inzwischen gibt es hervorragende Suchmaschinen speziell für Campingplätze. Bei PinCAMP gibt es extra die Auswahl für Familienmenschen. So wird sofort nach Campingplätzen gefiltert, die das Prädikat „familienfreundlich“ erhalten haben.

Auch nach Campingplätzen in ausgewählten Ländern kann gefiltert werden. Das macht die Suche natürlich viel leichter. Bei Campingreisen ins Ausland würde ich jedoch immer vorab einen Blick in die Länderinformationen des Auswärtigen Amtes werfen. 

 Bei der Wahl des Campingplatzes achte ich darauf, dass er nicht zu sehr in der Wildnis liegt, zumindest wenn ich mit Kindern unterwegs bin. Ein bisschen Infrastruktur, wie ein Imbiss, ein kleiner Kiosk, ein Spielplatz und Wanderwege dürfen durchaus vorhanden sein.

Da wir hier im Haus eine kleine Wasserratte haben, machen wir ihr mit einem Zeltplatz am See sicher eine große Freude.

Auch die Ausstattung des Campingplatzes ist mir heute wichtiger als in den wilden Jugendjahren. Saubere Toiletten und Duschen sind eine Selbstverständlichkeit und wenn es eine Waschmaschine gibt um völlig verdreckte und klamme Kleidung zu waschen, mache ich Luftsprünge.

Zelten mit Kindern: Beschäftigungen bei Wind und Wetter

Schon jetzt freue ich mich riesig auf unsere erste Zeltreise und natürlich habe ich diese romantischen Bilder vor Augen, wie wir abends noch gemütlich mit einem heißen Kakao vor unserem Zelt sitzen oder wie unsere Tochter morgens ganz verschlafen aus ihrem Schlafsack krabbelt. 

Doch ich kann nur jedem empfehlen, sich auch ein paar Gedanken dazu zu machen, was passiert, wenn es tagelang regnet oder unerwartet kalt wird.

Das Mindeste sollte eine Taschenlampe sein. Damit man im Zelt ein paar Schattenspiele machen kann, wenn es draußen stürmt. Generell gehören aber ein paar Reisespiele mit ins Gepäck. Wie z.B. diese süßen, selbstgemachten Wachsmalstifte.

wachsmalstifte selber machen

Die Bastelanleitung für diese süßen DIY Wachsmalstifte haben wir in diesem Artikel: Wachsmalstifte basteln.

Für unsere Grundschulschülerin gehört auch Lesestoff ins Gepäck. Sie kann schon prima vorlesen. Auch Kartenspiele und andere Reisespiele können die Regenzeit deutlich verkürzen.

Daneben empfiehlt sich auch eine Liste mit naheliegenden Ausflugszielen. Diese Liste sollte auch Aktivitäten beinhalten, die drinnen stattfinden, z.B. ein Spaßbad, ein Aquarium, eine Sauna oder ein Kino. Sollte es tatsächlich mehrere Tage am Stück regnen, bin ich froh über jede Auszeit, die ich unter einem Dach verbringen kann.

Mein persönlicher Tipp:

Ich kann noch dazu raten, flexibel zu bleiben. Auch wenn ich es selbst herrlich finde, mein Zelt mitten im Wald aufzuschlagen, kann ich nicht erwarten, dass meine Kinder diese Liebe teilen. Jeder Mensch ist anders und gerade Kinder können da sehr empfindlich sein.

Wenn ich also nach drei Tagen merke, dass das Zelten so gar nichts ist für mein Kind, dass es Angst hat im Dunkeln oder vor den Geräuschen bei Nacht, dass es sich im Schlafsack nicht wohl fühlt oder was auch immer sein kann, dann wird das Zelten eben kurzerhand nach Hause verlegt und die nächste Reise wieder anders geplant. 

Allerdings schätze ich, dass mein auf Bäume kletterndes Naturkind gar nicht mehr aus der Wildnis raus möchte. 😀