Es gibt viele Mittel gegen Fernweh. Sprachen lernen ist eines davon! Dabei lernt man dann gleich noch etwas über das Land und dessen Kultur, was besonders praktisch für die nächste Reise ist. Ein weiterer Vorteil… durch den Erwerb einer Fremdsprache verbessert ihr eure interkulturelle Kompetenz. Eine Eigenschaft, die auch in immer mehr Berufszweigen gefragt ist.
Tipp gegen Fernweh: Lerne einfach eine Fremdsprache
Sich weiterzubilden ist niemals verkehrt, denn so haltet ihr nicht nur euer Gehirn auf Trapp, sondern könnt auch aktiv euer Fernweh bekämpfen. Besonders das Sprachen lernen gilt als eine wirksame Methode, um dem Fernweh entgegenzuwirken, was unter anderem daran liegt, dass das Sprachen lernen recht zeitaufwendig sein kann. Der Aufwand lohnt sich jedoch in vielerlei Hinsicht!
Auch ich wollte mich weiterbilden, mich einer neuen Herausforderung stellen und mich dabei bestenfalls noch von meinem Fernweh ablenken. Obwohl ich jetzt nach meinem Umzug von Leipzig nach Oberbayern in einer kleinen bayerischen Gemeinde wohne, gibt es auch hier die Möglichkeit Kurse an einer Volkshochschule (VHS) zu belegen. Die VHS Brannenburg ist nur unweit von meiner neuen Heimat entfernt… 13 Kilometer mit dem Auto, beziehungsweise 2 Haltestellen mit dem Zug.
Da ich mich sehr gut kenne, habe ich mich spontan dazu entschieden, einen Spanischkurs für Anfänger an der VHS Brannenburg zu belegen. Einen Kurs, zu dem ich jede Woche fahren muss, denn er ist kostenpflichtig. Somit habe ich immer ein sehr gutes Argument, um beim Sprachen lernen zu bleiben und nicht nach ein paar Tagen oder Wochen wieder das Handtuch zu werfen. Auch mein Lehr- und Arbeitsbuch habe ich direkt bestellt und war ganz aufgeregt, als es zwei Tage später im Briefkasten lag. Nun bin ich voller Eifer und warte auf den 31. Januar, wenn mein 15-wöchiger Sprachkurs beginnt.
Sprachen lernen – eine Reihe von Möglichkeiten
Sprachen lernen online
Es gibt heutzutage eine Reihe verschiedener Möglichkeiten um Sprachen zu lernen. Nachfolgend liste ich euch eine kleine Auswahl auf. So gibt es beispielsweise verschiedene Apps für das Handy oder Tablet. Darunter sind unter anderem die beiden Apps Babel und Duolingo.
Mit Duolingo habe ich bereits vor 4,5 Jahren angefangen Spanisch zu lernen, jedoch nach einer Weile immer wieder aufgehört und später noch einmal neu angefangen, was aber weniger an der Qualität der App lag, als vielmehr an meinem eigenen Ehrgeiz. Daher diesmal auch der Sprachkurs an der VHS. Duolingo ist kostenlos und soweit ich das beurteilen kann recht wirksam, auch wenn man dort so unsinnige Sätze zu bilden lernt wie: “Ich bin ein Apfel.” oder “Die Krabbe trinkt Milch.” Das Konzept finde ich an sich jedoch ganz gut. Egal wie viele Monate auch zwischen meinen Versuchen lagen Spanisch zu lernen, ich war überrascht, was doch alles so hängen geblieben ist.
Zu Babel kann ich leider nichts sagen, außer, dass eine Freundin von mir damit für einen gemeinsamen Urlaub Niederländisch gelernt hat und die App für gut befunden hat. Vielleicht haben ja einige von euch schon damit eine Sprache gelernt und können uns in den Kommentaren von ihren Erfahrungen berichten!?
Des Weiteren gibt es eine Sprachlern-Software namens Rosetta Stone, die auf ihrer Webseite damit wirbt, die weltweit beste ihrer Art zu sein. Das Sprachen lernen soll damit so intuitiv wie das Erlernen der eigenen Muttersprache geschehen.
Sprachen lernen im Klassenzimmer
Wer nicht viel davon hält, eine Sprache mittels Software oder App zu erlernen, kann sich einiger anderer Möglichkeiten bedienen. Darunter ist zum Beispiel die Option eine Sprachreise zu absolvieren, bei der man die Sprache direkt vor Ort lernt. Damit verbindet ihr das Sprachen lernen mit dem Reisen und es heißt: Fernweh ade!
Eine weitere Möglichkeit, die ich bereits weiter oben angesprochen habe, ist die Teilnahme an einem Sprachkurs, zum Beispiel an einer Volkshochschule oder, wer noch am Studieren ist, im Sprachenzentrum der Universität.
Der Besuch eines Sprachkurses birgt zahlreiche Vorteile:
- dadurch, dass er kostenpflichtig ist, wirft man nicht so schnell das Handtuch
- man lernt Gleichgesinnte kennen, mit denen man gemeinsam lernt
- durch die Anwesenheit eines Lehrers lernt man intensiver und kann jederzeit Fragen stellen, wenn man nicht weiterkommt
- im Sprachkurs lernt man auch etwas über die Kultur des Landes, was beim Sprachen lernen mit einer Software oder App wohl eher weniger Berücksichtigung findet

Das Lehr- und Arbeitsbuch ist da, jetzt kann der Sprachkurs beginnen!
Sprachen lernen und die interkulturelle Kompetenz steigern
Indem man eine Sprache lernt, bekommt man ein viel besseres Verständnis für die Kultur eines Landes oder auch eines Volkes. Beim Sprachen lernen fällt einem dann zum Beispiel auf, dass es für einige Worte keine Übersetzungen gibt, weil diese Worte einfach nicht in Gebrauch sind oder ein Ausdruck eine andere Bedeutung hat. Im Linguistik-Seminar bin ich beispielsweise erst einmal richtig darauf aufmerksam geworden, dass es natürlich auch Kulturen gibt, in denen Zeit überhaupt keine Rolle spielt, und deshalb gibt es in einigen Sprachen auch keine Worte, um die Uhr-, Tages- oder Jahreszeit zu bestimmen.
Eine Freundin, die 10 Jahre lang in Mexiko gelebt hat, erzählte mir wiederum davon, dass sie Probleme hatte sich beispielsweise über bestimmt Speisen zu unterhalten, weil bestimmte Lebensmittel in Mexiko unbekannt sind und es daher auch keine Übersetzungen dafür aus dem Deutschen gibt.
Ähnlich ist es mit der Literatur, ganz besonders mit der Lyrik. Ein Gedicht oder auch Drama im Original lesen zu können ist ein völlig anderes Erlebnis als nur die Übersetzung zu lesen. Denn oft werden Übersetzungen an die Kultur der Sprache angepasst, in die sie übersetzt wird.
Mir ist das vor allem bei Filmen und Serien aufgefallen, die ich auf Deutsch sowie auf Englisch gesehen habe. Die Witze sind meistens komplett anders übersetzt, weil sie ansonsten für uns absolut keinen Sinn ergeben würden. Wer jedoch eine Fremdsprache beherrscht, ist dann auch in der Lage die Verbindung zwischen Kultur und Sprache in ihren Feinheiten zu verstehen.
Sprachen lernen direkt vor Ort
Am schnellsten und effektivsten ist eine Sprache selbstverständlich vor Ort zu erlernen. Ist man 24 Stunden von einer Sprache umgeben und mehr oder weniger auch gezwungen, diese im Alltag anzuwenden, z.B. beim Einkaufen oder wenn man einen U-Bahnplan entschlüsseln möchte, geht das Lernen wie von selbst. Diesen Vorteil haben führende Fremdsprachenschulen längst erkannt und bieten sehr erfolgreich ihre Sprachreisen an.
Wie das genau aussehen kann, ist sehr individuell möglich – auch für berufstätige Erwachsene. Wer hat schon die Zeit, ein halbes oder gar ganzes Jahr mal eben im Ausland zu verbringen? Aber das muss auch gar nicht sein. Eine Sprachreise ist eine wundervolle Unterstützung beim Sprachenlernen und zeigt bereits nach einem kurzem Zeitraum Wirkung. Wie wäre es mit einer Woche auf Malta um das Englisch zu verbessern oder ein verlängertes Wochenende in Paris? Zwischen Crepe und Croissant wird die Sprache zum Klacks. Auch für kurze Reisezeiten bieten Sprachschulen attraktive Angebote.
Sprachreise DIY!
Für uns gilt in der Regel: Nimm dein Glück selbst in die Hand. Eine Sprachreise kann man auch prima selbst organisieren. Und man kann dabei noch über den Tellerrand hinausschauen! Wieso unbedingt nach Frankreich, wenn ich Französisch lernen will? Das wird auch in anderen Weltregionen gesprochen. Warum nach Spanien für Spanisch? Das können wir auch exotischer gestalten.
Schon gewusst? Spanisch liegt auf dem vierten Platz der Weltsprachen – 420 Millionen Menschen sprechen spanisch und die leben nicht alle in Spanien! Hier eine Liste der Länder, in denen allesamt aktiv spanisch gesprochen wird:
- Argentinien,
- Bolivien,
- Chile,
- Kolumbien,
- Costa Rica,
- Kuba,
- Dominikanische Republik,
- Ecuador,
- El Salvador,
- Guatemala,
- Honduras,
- Mexiko,
- Nicaragua,
- Panama,
- Paraguay,
- Peru,
- Puerto Rico,
- Uruguay,
- Venezuela
- und Spanien 😉
Also wenn das keine Auswahl ist, dann weiß ich auch nicht 😀 . Wer Spanisch in Venezuela, statt auf Mallorca lernen will, der läuft auch nicht Gefahr, am Ende doch wieder nur Deutsch zu sprechen. Also wie wäre es mit einer Spanischexkursion durch die Urwälder von Nicaragua? Oder wie wäre es bei einem Cuba Libre in einem der authentischen Hotels von Havanna? Originaler sind ein Land und eine Sprache nicht zu erleben.

Reizvolles Kuba – ideal zum Spanisch lernen. Reisen können bei Meliá Habana gebucht und ganz einfach selbst organisiert werden.
So eine Sprachreise lässt sich auch ganz einfach selber buchen und zusammenstellen. Ich ergänze dies dann noch um eine Literaturliste – sowohl in deutscher Sprache, um noch mehr über Land und Leute erfahren zu können, als auch in der Sprache, die ich lernen möchte.
Extra-Tipp: Zum Spanischlernen habe ich mir spanische Comics besorgt. Das war ein Spaß! Und es dauert nicht lange, da merkt man überhaupt nicht mehr, dass die Sprechblasen nicht mit der Muttersprache gefüllt sind.
Sprachen lernen für die nächste Reise
Bevor ich mich bei meinem Spanischkurs angemeldet habe, war ich ein wenig hin- und hergerissen. Ich war mir nicht sicher, ob ich nun Italienisch oder Spanisch lernen wollte. Da Spanisch jedoch in wesentlich mehr Ländern gesprochen wird als Italienisch, habe ich einen größeren Nutzen darin gesehen und mich für Spanisch entschieden. Zudem habe ich mehrere Freunde, die Spanisch sprechen, sodass ich meine gewonnenen Kenntnisse mit ihnen vertiefen und festigen kann.
Wenn ihr ein Lieblingsreiseziel habt, ob das nun Finnland, Spanien, Italien, Griechenland oder Japan ist, und ihr dieses Land auf mehreren Reisen gründlich erkunden wollt, bietet es sich ganz besonders an, die Sprache dieses Landes zu lernen, denn dann habt ihr die Möglichkeit mit den Einheimischen auf einer ganz anderen Ebene zu kommunizieren. Dadurch erhaltet ihr einen viel intensiveren Einblick in die Kultur des Landes.
Natürlich kann man nicht vor jeder Reise und für jedes Land die Sprache lernen, wenn man sich die ganze Welt ansehen will, aber man kann zumindest versuchen einige Ausdrücke vor jeder Reise zu lernen, wie: Bitte, Danke, Verzeihung, Guten Tag oder Auf Wiedersehen, denn wenn die Einheimischen sehen, dass man sich zumindest bemüht, deren Sprache zu sprechen, wird man vielerorts viel offener und herzlich auf- und angenommen.
Welche Erfahrungen habt ihr im Zusammenhang mit dem Sprachen lernen und Reisen gemacht? Lernt ihr vor einer Reise in ein bestimmtes Land wenigstens ein paar Worte der Landessprache oder schlagt ihr euch, wenn überhaupt nur mit Englisch irgendwie durch? Lasst es uns doch in den Kommentaren wissen! Ich bin auf jeden Fall gespannt, welche Türen mir meine neuen Spanischkenntnisse in der Zukunft öffnen werden.
Fazit
Sprachen lernen ist nicht nur ein wirksames Mittel gegen Fernweh, sondern steigert auch noch eure interkulturelle Kompetenz und eröffnet euch damit auf euren zukünftigen Reisen Türen, die anderen Touristen, die der Sprache nicht mächtig sind, verschlossen bleiben. Außerdem erhaltet ihr durch den Erwerb einer neuen Fremdsprache die Fähigkeit, Filme und Literatur im Original zu hören beziehungsweise zu lesen und das ist eine ganz wunderbare Erfahrung!
Alicja Wiktoria
Sprachen lernen ist was ganz tolles 🙂 Ich behaupte ja von mir, drei Sprachen fließend zu können (deutsch, polnisch und englisch) und drei weitere so halb, ein Viertel (tschechisch, schwedisch und spanisch). Es macht so Spaß, aber man muss eben auch dran bleiben.
Viele Grüße
sos-katharina
Hallo Alicja,
danke für deinen Kommentar. 3 Sprachen fließend sprechen finde ich schon beeindruckend. Stimmt, dass mit dem dran bleiben ist ganz wichtig, das war bei mir aber bisher immer das Problem. Ich versuche, auch immer mal wieder ein bisschen, seit ich 16 bin Griechisch zu lernen. Mehr als ein paar Sätze und Ausdrücke, und natürlich das Alphabet lesen kann ich aber leider immer noch nicht. Wobei Griechisch auch eine recht schwere Sprache ist. Selbst meine griechische Freundin sagt mir das immer wieder, lol. Aber ich bin jetzt fest entschlossen Spanisch zu lernen und damit ich auch dran bleibe habe ich eben den Sprachkurs gewählt. 🙂
LG, Katharina.
Claudia
Ja, das kann ich unterstreichen! Fernweh war der Grund warum ich letztes Jahr angefangen habe norwegisch zu lernen als ich wegen meinem Umzug nicht in den Urlaub fahren konnte – und irgendwann fahr ich dann and Nordkap! Ganz bestimmt!!! ?
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